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Die Marke Neff am Standort Bretten

3 Byte hinzugefügt, 13:38, 7. Feb. 2017
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Im Zweiten Weltkrieg ist das Unternehmen der Rüstungsproduktion unterstellt. Die abseits großer Industriezentren liegende Fabrik stellt Spezialteile für den Flugzeugbau her. Im Frühjahr 1945 werden große Teile des Werkes bei Luftangriffen zerstört.<ref>Ebd., S. 26.</ref>
Nach dem Krieg versucht Dr. Alfred Neff, mit einer auf sieben Mitarbeiter geschrumpften Belegschaft, den Wiederaufbau. Hilfreich für die schnelle Wiederherstellung der Firma sind der Einfluss und die Kontakte, die er 1945 als von der amerikanischen Besatzungsmacht eingesetzter Bürgermeister der Stadt Bretten und Landrat des Landkreises Karlsruhe nutzen kann. So wird ihm bereits am 15. Juli 1945 durch die US -Militärregierung und am 18. Oktober 1945 durch das Landratsamt Karlsruhe die Erlaubnis zur Weiterführung des Betriebs erteilt. Mit übrig gebliebenen Blechen aus der Flugzeugteileproduktion gelingt es, die zerstörten und beschädigten Werkshallen notdürftig instand zu setzen, und es kann mit der Produktion begonnen werden.
Neben dem Werk in Bretten entsteht bis 1957 eine Gerätefabrik im Ruiter Tal, eine Fabrik für Großkochanlagen in Bruchsal sowie eine Gießerei in Rinklingen. Die Produktpalette wird erweitert und modernisiert. Der hochmodern ausgestattete Elektroherd Arcus wird 1952 das erfolgreichste Neff-Produkt der Nachkriegsproduktion. 1955 wird eine einheitliche Linie vom Kühlschrank über den Herd bis zur Waschmaschine geschaffen und mit der Herstellung von Gefriertruhen begonnen. Zwei Jahre später produziert Neff als erstes Unternehmen in Europa Mikrowellen, 1958 den ersten europäischen Induktionsherd.<ref>BSH-Konzernarchiv, F-Neff-004, Hans Tischert: 80 Jahre Neff, S. 15. BSH-Konzernarchiv, F-Neff-005, Gabriele Kicherer: Geschichte und Bedeutung der Marke Neff, Diplomarbeit, Aachen 1994, S. 41.</ref>
Mitte der 1960er Jahre arbeiten 3000 3.000 Angestellte an vier Werkstandorten bei der Carl Neff GmbH, die – als größter deutscher Hersteller von Elektro-, Kohle- und Ölherden – in fast 50 Länder exportiert.
=== Neff kommt zur BSH ===
In Schwierigkeiten gerät das Unternehmen erstmals 1965, als es den insolventen Konkurrenten Juncker & Ruh in Karlsruhe übernimmt. Fehlende Investitionen und schließlich das Ende des Wirtschaftswunders mit drastisch sinkenden Wachstumsraten führen 1968 zur Schließung des Standorts.<ref>BSH-Konzernarchiv, F-Neff-007, Peter Bahn: „Weiße Ware“ – Bretten und seine Herdindustrie, S. 29 f.</ref>
Um die angeschlagene Firma zu retten, verkauft Alfred Neff die Mehrheit der Geschäftsanteile von Neff an den Elektrokonzern AEG.<ref>BSH-Konzernarchiv, F-Neff-007, Peter Bahn: „Weiße Ware“ – Bretten und seine Herdindustrie, S. 29 f.</ref> In umfangreichen Sanierungsmaßnahmen wird die Belegschaft von über 4000 4.000 auf 2300 2.300 Mitarbeiter reduziert, 1971 die Gießerei in Bretten und 1979 die Großküchenfertigung in Bruchsal geschlossen.
1982 meldet die AEG Konkurs an. Infolgedessen gibt am 12. August 1982 der Vorstand der AEG die Liquidation der Carl Neff GmbH bekannt.<ref>„Das Geschäft bricht weg“, in: Der Spiegel 27/1982, S. 69.</ref> Nach Verhandlungen mit diversen Interessenten wird am 1. Oktober 1982 ein Rahmenvertrag mit der BSH abgeschlossen. Zum 15. November 1982 erwirbt die BSH das Warenzeichen Neff, Teile des Anlage- und Umlaufvermögens sowie die Vertriebs- und Tochtergesellschaften und gründet die heutige Neff GmbH. Die Produktion im Stammwerk Bretten läuft im Dezember 1982 neu an. Vertrieb, Marketing und Design werden in die BSH-Zentrale nach München verlegt.
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